Langförden feiert Happy End nach dem Nervenkrimi

Rechtzeitig normale Bedingungen ermöglichen doppelten Rekord mit 300 Läufern und 2650 Euro

Langförden (SgH). Der 16. SgH-Lauf von Langförden entwickelte sich zu einem echten Nervenspiel, allerdings nur im Vorfeld der Veranstaltung. Vereiste und verschneite Wege hätten fast zur Absage geführt. Doch in diesem Krimi gab's ein Happy End. Die Bedingungen am Wettkampftag waren herrlich normal: Sonnenschein, fast kein Wind und Temperaturen um vier Grad. 

Faktoren, die einen wahren Rekordlauf ermöglichten. Exakt 300 Läufer - so viele Teilnehmer hatte der ausrichtende Lauftreff von BW Langförden noch nie. Und zum guten Schluss: Mit 2650 Euro verzeichnete man einen Rekorderlös in den mehr als anderthalb Jahrzehnten dieses handgemachten Laufs. 

Für die im Vorjahr so gebeutelten Gastgeber war's Balsam für die Seele. Orkan und Starkregen hatten die Veranstaltung im Jahr 2015 zu einem wahren „Survival-Rennen" mutieren lassen. „Wir hatten da nur den Wunsch, endlich mal einen Lauf unter normalen Bedingungen durchzuführen", erinnerte sich Mitorganisator Rainer Rohnstock. Das klappte fast auf den Punkt genau. Es war nur eine kleine Streckenverlängerung um 200 Meter nötig - und ein Sprint quer über den Acker beim Bomhofer Loch. „Viele, die morgens erst einmal ihre Nase zur Haustür herausgehalten hatten, waren dabei, um den schönen Tag mal wieder zum Laufen zu nutzen", erzählte Rainer Rohnstock. 

Auch echte Fans zog es zur beliebten Atmosphäre mit Lauf und Kuchenbuffet. Die längste Anreise nahm dabei Lars Wiebke auf sich - 230 Kilometer aus dem Sauerland. Das Orga-Team bedankt sich bei allen Teilnehmern, den neuen Helfern, dem Schützenverein, allen Unterstützern und diesen Sponsoren:

Obst Bothe, Volksbank Langförden, Hubert Gramann Deindrup, Heimtex Holtvogt, Turm Apotheke, Beauty Hair, Haus im Moor Goldenstedt, Falano, Elkes Blumenladen, Landbäckerei Diekhaus, Sonnenhof-Laden, Fleischerei Lübbe, ELO-Großmarkt, FALA Getränke, Marcels Sportshop, Andreaswerk Vechta, Kino Schauburg, Combi Markt Langförden, LVM Hermann Albers.

Quelle: Oldenburgische Volkszeitung vom 20.01.2016

Fotos sind in der Galerie

Die Harten sollen alle kommen

Die Harten kommen alle - und noch viel mehr

Rekord: Exakt 300 Teilnehmer beim 16. Langfördener SgH-Lauf/ Ein paar schmierige Klippen locker umschifft

Das Bomhofer Loch war mit Wasser gut
gefüllt und leicht vereist, da wählte der
Reiseleiter den direkten Weg über den Acker.

VON FRANZ-JOSEF SCHLÖMER

Langförden. Läufer suchen die Herausforderung. Nach dem grenzwertigen Orkanrennen und dem überschwemmten „Bomhofer Loch" vor einem Jahr drohten diesmal Rutschpartien auf vereisten Pisten. Die Harten sollen alle wiederkommen - lautete der fast schon verzweifelte Aufruf vor dem 16. Langfördener SgH-Lauf. Die Harten kamen am Samstag alle - und noch mehr, viel mehr. Mit exakt 300 gezeiteten Läufern gab es am Samstag einen neuen Teilnehmerrekord.

Kein Regen, kein Sturm - so was kannte der ausrichtende Lauftreff von BW Langförden schon gar nicht mehr. Und dann tauchte sogar die Sonne auf. Trotzdem bleiben die Bedingungen schwierig. „Es müsste gehen. Wir haben noch etliche Pfützen weggemacht, die Gemeinde Emstek hat überall gestreut. Die Straßen sind fast frei, nur beim Bomhofer Loch wird's schmierig", erzählte Laufwart Andreas Arnke vor dem Start.

Das gefürchtete Bomhofer Loch, diesmal ein dünn zugefrorener See? Es wurde einfach umschifft. „Reiseleiter" Michael Reise, der verletzte Lokalmatador, führte als Mountainbike-Fahrer zuerst die 6-km-Läufern ins Ziel, raste dann in die andere Richtung zum Bomhofer Loch. Vorwärts kam er nicht auf den Feldweg, über den Acker raste er zum anderen Ende des Straßenwinkels, versuchte es von dort, ging auch nicht. Als 11-km-Sieger Tobias Penski als erster Langstreckler den Winkel zum Bomhofer Loch anpeilte, lotste Reise ihn mit dem Mountainbike quer über den Acker an dem Schreckgespenst vorbei. Mathematisch vorbildlich die C-Linie beim Pythagoras. „Hey, hey, rüber. Hier rüber", schrie Reise immer wieder, um den nächsten Läufern die Querfeldeinstrecke schmackhaft zu machen.

Die Läufer nahmen solche Herausforderungen an. „Die Strecke war gut, der Acker sehr interessant", schmunzelte Langfördens Bernd Meyer, „besser als letztes Jahr, als es durch das Bomhofer Loch ging. Aber das muss man mal mitgemacht haben." Hart und schmutzig, das gefiel. „Ich habe die neuen Schuhe erst Weihnachten bekommen", klagte ein Fußballer, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte; aber abschrecken ließ auch er sich nicht. „Es war alles dabei, Teerstraße, Modder. Es war mal wieder schön", sagte Gisela Bröring. Wo nahezu alle Läufer verdreckte Schuhe und Waden hatten, sah die Laufhose der Vechtaer Dauerläuferin fast blütenrein aus. „Ich muss wohl einen sehr eleganten Laufstil haben", lächelte sie angesichts des Ackerlaufs. Was Lohnes Wald-schleicherin Birgit Winkel so auf den Punkt brachte: „Du bist ja auch drüber geflogen."

Einfach war's nicht. Aber: Die umfangreichen Vorarbeiten trugen Früchte. Der Bomhof-Platz war zwar noch komplett vereist, dank der Nachbarschaftshilfe durch Alwin Diekmann konnte am Freitag immerhin die Laufstrecke im Start-Ziel-Bereich vom Eis befreit werden. „Die Eisplatten hier sind die einzig größeren", beruhigte Orga-Chef Rainer Rohnstock vorm Start die Laufer. Im Ort musste die Strecke etwas verlegt werden. „Dadurch werden die Strecken zirka 200 Meter länger", sagte Rohnstock. Als ihm die 300 Läufer ein lautes „Ooooooooh" entgegenschmetterten, konterte er locker: „Dann müsst ihr halt ein halbes Körnchen aufsparen."

Das gelang beispielsweise Katharina Stark aus Lohne vorbildlich. Die Silvesterlauf-Siegerin von Mühlen schraubte ihren 11-km-Streckenrekord aus dem Vorjahr (46:31) auf 45:43 Minuten, obwohl's schwierig und vor allem länger war. In ihrer alten Heimat schlug auch das Ehepaar Hintze kräftig zu: Inga gewann den 21-km-Lauf, Benedikt belegte Platz zwei - das ergab etliche Kilo Äpfel vom Obsthof Bothe und dem Erzeuger-Großmarkt ELO sowie diverse Sachpreise. Ohnehin hatten die Langfördener und einige Vechtaer Geschäfte diesen Lauf großzügig mit Sachspenden bestückt.

Nicht nur die Spitzenläufer ließen sich nicht abschrecken, sondern auch die breite Masse. Trainer Helmut Schmedes verfolgte den Start seiner Kreisliga-Kicker, nur die Sauerland-Fahrer zum Skispringen fehlten. Die B-Jugend lief auf, D-Jugendtrainer Lukas Determann hatte mit seinen Kids vorher sogar drei, vier Trainingsläufe durchgeführt.

Die größte Teilnehmergruppe mit 106 Starten gab's über 11 km der Männer. Da nur 100 Startkarten vorbereitet waren, mussten kurzfristig noch Ersatzkarten erstellt werden. Die Harten suchten die Herausforderung. Auch der kleine Julian Schmedes. Er löste eine 11-km-Karte und meisterte mit seinem Mountainbike die Strecke inklusive Acker am Bomhofer Loch. Für ihn wurde schnelle eine Sonder-Wertung erstellt.

Quelle: Oldenburgische Volkszeitung vom 11.01.2016

16. SgH-Lauf in Langförden gesichert / Sonnenschein vernichtet die Schlittschuhbahn

Donnerstag ging nichts, gestern war
die Strecke belaufbar.
„Welch ein Wunder",
 staunte Mitorganisator
Rainer Rohnstock.

Langförden (SgH). Klare Ansage vom Langfördener Bomhof: „Die Harten vom letzten Jahr sollen alle wiederkommen. Und noch ein paar mehr", meldete sich Rainer Rohnstock gestern gegen 16.00 Uhr vom Sportgelände der Blau-Weißen. Damit stand fest: Der 16. Langfördener SgH-Lauf rund um den Bomhof findet definitiv statt, um 14.00 Uhr werden die Läufer am heutigen Samstag auf die Reise geschickt.

Hinfahren, anmelden und laufen: Nach diesem Prinzip wirf jedes Jahr verfahren. Also keine Voranmeldungen, sondern nur rechtzeitig erscheinen. Und wie in jedem Jahr kann zwischen den drei Strecken 6, 11 und 21 Kilometer gewählt werden.

Danach sah es lange nicht aus. „Welch ein Wunder", atmete Rohnstock gestern erleichtert durch. Die Organisatoren des Lauftreffs hatten ihre Veranstaltung im Grunde schon abgehakt. Die spiegelglatten Eisflächen auf den Feldwegen stellten die Laufampeln eigentlich auf rot. „Ich bin vorgestern die Strecke mit dem Rad abgefahren. Einige Passagen waren nicht passierbar, ich musste vorbeischieben", erzählte er. Am frühen Donnerstagabend traf sich das Orga-Team zu einer „Krisensitzung", es wurden alternative Strecken ausgelotet. Vom einsetzenden heftigen Schneefall bekam man gar nichts mit. Als nach der Sitzung beim Öffnen der Haustür draußen alles weiß war, herrschte blankes Entsetzen. „Irgendwie haben wir gedacht, das war's dann. Der Sargnagel", schilderte die Stimmung.

Und dann setzte gestern nicht nur Tauwetter ein, sondern auch Sonnenschein, der auf den vielen freien Flächen seine ganze Kraft entwickelte. Um 14.00 Uhr fuhren Rohnstock und Laufwart Andreas Arnke die Strecke nochmal mit dem Fahrrad ab - und kamen aus dem Staunen nicht heraus. Wo man tags zuvor noch Schlittschuh fahren konnte, war alles frei. „Die Strecke ist weitgehend belaufbar", hieß es gestern Nachmittag. Und bei dem anhaltenden Tauwetter müsste es bis heute Mittag noch viel besser ausschauen. Rainer Rohnstock hielt auch mit einem Schmunzeln auf den Lippen fest: „Das Bomhofer Loch ist gut gefüllt, so wie's sein soll. Die Läufer sollten also nicht die neuen weißen Schuhe anziehen." Die Harten kommen in diesem Fall nicht in den Garten, sondern nach Langförden.

Quelle: Oldenburgische Volkszeitung vom 08.01.2016


Ein kerniger Survival-Kampf sollte reichen

Langfördens 16. SgH-Lauf steigt am Samstag

Vor einem Jahr war's grenz
wertig mit Orkan und Stark-
regen. Nach dem Winter-
einbruch scheint sich die
Lage jetzt zu entspannen.

Langförden (SgH]. Was für ein Blickfang: Das „Bomhofer Loch“ entpuppte sich beim Langfördener SgH-Lauf im Jahr 2015 als der Hingucker schlechthin - nicht nur für die OV-Fotografin. Anderthalb Kilometer vor dem Ziel mussten alle auf dem Feldweg durch die riesige Pfütze oder über die matschigen Äcker ausweichen. Die Läufer nahmen es vor zwölf Monaten mit Humor. „Bei schönem Wetter laufen kann doch jeder“, meinte damals ein Läufer nach dem „kernigen Lauf" im Ziel. Am Samstag (9. Januar) steht nun der mittlerweile 16. SgH-Lauf rund um den Bomhof an.  „Nach den sehr schwierigen Bedingungen des letzten Jahres mit Orkan und Starkregen hoffen wir sehr, dass es diesmal nicht ein Survival-Lauf wird“, hofft Mitorganisator Rainer Rohnstock vom BWL-Lauftreff. Das familiäre Event mit inzwischen längst unüblichen Laufzetteln beginnt um 14.00 Uhr auf dem Bomhof, Anmeldungen sind nur live vor dem Start möglich. Angeboten werden die bekannten Strecken über 6, 11 und 21 Kilometer. Im Vorjahr stellten sich trotz absolut grenzwertigen Wetters noch 180 Läufer dem Survival-Kampf. Diesmal hofft der Lauftreff von BW Langförden auf etwas bessere Bedingungen. Nach dem Wintereinbruch beruhigte sich gestern schon wieder die Lage, die Wetterprognosen sagen ab Donnerstag schon steigende  Plus-Grade voraus. Außerdem: „Vielen Läufern sind die mitunter schwierigen Bedingungen bekannt. Das gehöre in Langförden einfach dazu, ist eine häufige Aussage". sagt Rainer Rohnstock. Und er ergänzt mit Blick auf vielleicht harte Bedingungen: „Umso größer ist dann die Freude beim anschließenden gemütlichen Zusammensitzen im Vereinsheim bei Kaffee und Kuchen." Allein zum legendäre Kuchenbuffet sollen sogar einige extra anreisen. Für die ausgepowerten Topläufer ist zudem die Versorgung mit Vitaminen

dank der Sponsoren Obst-Bothe und „ELO" gesorgt. Des weiteren gibt es auch schöne Sachpreise zu gewinnen. Sportlich bauen die Langfördener wieder auf die Spitzenläufer des Kreises. So lief Katharina Stark (Lohne), die sich im Ort Langförden bestens auskennt, im Vorjahr trotz des Katastrophenwetters einen Streckenrekord über 11 Kilometer. Traditionell stark vertreten ist ebenfalls die Garreler Gruppe um Michael Majewski. Außerdem lebt die Veranstaltung von den vielen Hobbyläufern, die ihre eigenen persönlichen Bestzeiten jagen, da die Laufstrecken immer gleich bleiben, obwohl sich die Umgebung etwa im Eco-Park rasant verändert.

Quelle: Oldenburgische Volkszeitung vom 06.01.2016