Langfördens Abenteuerlauf bringt 1600 Euro

Orkan Felix prallt am Zusammenhalt der Läufer-Familie ab / Vitaminkörbe redlich verdient

Langförden (SgH). Es hatte was von einem „Strongman-Run", nur die Härtesten der Harten wagten sich daran - und kamen durch. Selbst durch Orkan Felix ließen sich vor einer Woche die Teilnehmer vom 15. SgH-Lauf in Langförden nicht aufhalten, um so schöner, fiel jetzt die Bilanz aus: 1600 Euro betrug der stolze Erlös dieses Abenteuerlaufes.

„Trotz der widrigen Wetterbedingungen hat die Läufer-Familie wieder mal sehr gut zusammengehalten", bedankte sich Mitorganisator Rainer Rohnstock vom Lauftreff Langförden bei den 180 Hartgesottenen, die weder Orkanböen noch Wasserlöcher scheuten. In diesem Jahr hatten sich die Schnellsten ihre Vitaminschübe in Form der Obstkisten bei der Siegerehrung mehr als verdient. Die Veranstalter reagierten dabei flexibel: Alle sechs Damen, die die lange 21-km-Strecke durchgestanden hatten, bekamen auch Preise.

Neben den Obstpräsenten vom Obsthof Aloys Bothe und dem Erzeugergroßmarkt gab es in diesem Jahr auch etliche Gutscheine vom NIZ Goldenstedt für Moorbahnfahrten. Als Gisela Bröring, die Drittplatzierte über 11 Kilometer, einen dieser Gutscheine erhielt, meinte Rainer Rohnstock bei der Siegerehrung aufmunternd: „Im Moor kannst du dir den Matsch mal schön vom Zug aus ansehen und musst nicht dadurch laufen."

Der Lauftreff von BW Langförden hat derweil nur einen Wunsch: „Wir hoffen sehr, im nächsten Jahr endlich mal einen Lauf unter normalen Bedingungen durchzuführen", sagte Rohnstock. Motivierend für ihn sei immer die erfreuliche Schar an freiwilligen Helfern. Ein Dank gilt folgenden Unterstützern: Fleischerei Lübbe, Bäckerei Diekhaus, Elkes Blumenladen, Fala-Getränkemarkt, Erzeugergroßmarkt, Obst Bothe, Falano, Auto Hönemann, Naturschutzzentrum Goldenstedt, Genossenschaft BBAG, Tankstelle Kleier und dem Sonnenhof-Laden.

Quelle: Oldenburgische Volkszeitung vom 19.01.2015


Bei schönem Wetter laufen kann doch jeder

Langfördens Lauftreff begeistert: Bei katastrophalen Bedingungen kommen noch 180 Teilnehmer zum 15. SgH-Lauf

Die Härtesten der Harten ließen
sich vom Orkan nicht abschrecken.
Auch nicht vom „Bomhofer Loch",
der zum See wurde.

VON FRANZ-JOSEF SCHLÖMER

Langförden. Vorm Regen geschützt unter dem Dachvorstand schüttelte Bernd Siemer erstmal den Kopf. „Ich habe heute Mittag das Pony reingeholt, bei so einem Wetter darf man es doch nicht draußen stehen lassen", meinte der Oldie-Fußballer aus Langförden. Um dann fortzuführen: „Läufer sind ja ein bisschen bekloppt, aber das Schauer war grenzwertig." Genau dieses erwischte alle mit voller Wucht, auch Malte Schlömer. „Kilometer zwei bis vier, das war brutal. Wenn's nicht Langförden gewesen wäre, wäre ich wirklich nicht rausgegangen", schickte der Lokalmatador im Lohner Triathlon-Trikot hinterher.

So dachten überraschend viele. Selbst durch katastrophale Bedingungen ließen sich die Läufer im Kreis Vechta nicht stoppen: Dauerregen vor dem Start, das Horror-Schauer während des Laufs, ständig nasskalte Temperaturen und permanent stürmische Orkan-Winde schreckten die Härtesten der Harten nicht ab. 180 Läufer und Walker stürzten sich am Samstag wagemutig in den 15. Langfördener „Sportler-gegen-Hunger"-Lauf was selbst die Organisatoren des Lauftreffs von BW Langförden überraschte und begeisterte. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, bei so einem Wetter zu kommen. Ihr habt einen Riesenapplaus verdient", begrüßte Rainer Rohnstock, fest eingeschnürt im Regencape, die Läufer beim Start. Den Applaus spendeten die Läufer spontan sich selbst, weil sie alle zusammenhielten und die Veranstalter nicht allein im Regen stehen ließen. Als Startschütze schickte Thorsten Scheper den Teilnehmern nur einen Wunsch hinterher: „Kommt alle heile wieder."

Da lagen schon viele bange Minuten hinter dem Orga-Team. Ein Krisengespräch hatte es abends zuvor gegeben, um die Traditionsstrecke eventuell beim „Bomhofer Loch" zu verlegen. Ausschilderer Andreas Arnke gab morgens Entwarnung: „Die Strecken bleiben, man kann durchkommen." Aber nach dem heftigen Regen ab Mittag soff das „Bomhofer Loch" völlig ab, aber irgendwie kamen alle durch. Und kaum zu glauben: Nahezu alle waren trotz der kleinen Seen anderthalb Kilometer vorm Ziel bestens drauf. Bezeichnend der Kommentar eines Läufers gegenüber Rainer Rohnstock: „Das war doch mal ein richtig kerniger Lauf, eine richtige Herausforderung. Bei schönem Wetter laufen, das kann doch jeder."

Langförden zeigte: Die Läufer-Familie hält zusammen. So schob Seriensiegerin Claudia Wahls ihren wenige Monate alten Sohn Hermann im Kinderwagen durch den Regen, während Schwester Elisabeth den 6-km-Lauf gewann. Auf dieser Sprintstrecke gab's den einzigen Unfall: Der bärenstarke Michael Majewski (Garrel) stürzte auf dem Schlackenweg beim Aphasiezentrum in einer Pfütze, schlug sich derbe das Knie auf und rettete trotzdem seinen Vorsprung ins Ziel, wo er ärztlich versorgt wurde.

Bei der Preisverleihung für die vielen bekannten Sieger und Platzierten gab's für die Besten wieder jede Menge Obst- und Fruchtkörbe. Vitamine, die sie dieses Mal besonders gut gebrauchen konnten. Genauso wie die diesmal besonders schöne „After-Run-Party" beim schon berühmten Kuchenbuffet im schnuckelig-warmen Sportlerheim am Bomhof. Eine Wohlfühloase nach einem Lauf voller Widrigkeiten, bei dem das Räumen der Strecke von zwei verwehten Weihnachtsbäumen von der parallel stattfindenden Tannenbaum-Aktion das geringste Hindernis darstellte.

Altliga-Kicker Bernd Siemer hielt mit Blick auf das große SgH-Ziel abschließend fest: „Das muss aber 'ne gute Schule in Äthiopien werden, wenn bei so einem Wetter so viele laufen."

Quelle: Oldenburgische Volkszeitung vom 12.01.2015


Langförden setzt beim Volkslauf aufs Volk

15. SgH-Lauf startet am Samstag um 14.00 Uhr auf dem Bomhof/ Kampf um Siegesserien und eigene Bestzeiten

Auspowern gehört dazu, sonst hat man 
etwas falsch gemacht. Im größten 
Obstanbaugebiet gibt's aber Vitamine 
zu Regeneration.

Langförden (SgH). Die Volksläufer im Kreis Vechta setzen sich am morgigen Samstag (10. Januar) wieder in Bewegung: Allen Orkan-Ankündigungen zum Trotz startet um 14.00 Uhr auf dem Vereinsgelände von BW Langförden der fünfte Lauf dieses Winters für die OV/KSB-Aktion „Sportler gegen Hunger". Für den Lauftreff der Blau-Weißen ist dies ein kleines Jubiläum, denn es geht zum 15. Mal auf die Reise rund um den Bomhof.

Auf etwa 250 Teilnehmer hat sich diese Veranstaltung eingependelt. „Am wichtigsten bei einem Volkslauf ist das Volk, also die vielen Läuferinnen und Läufer, die nicht ganz vorne mitlaufen, aber genauso um ihre eigenen Bestzeiten kämpfen und sich danach ihr Stück Kuchen danach besonders verdient haben", sagt Mitorganisator Rainer Rohnstock.

Zur Masse gehört natürlich auch die Spitze. Hier tauchen vermutlich wie in den vergangenen Jahren die Topläufer des Kreises auf. Ob Lokalmatador Michael Reise nochmal über die 21-km-Strecke angreifen kann? Sein letztjähriger Bezwinger Christian Bröring (Lohne) musste beim Silvesterlauf erkrankt passen. Ihren sechsten Sieg in Serie wird Claudia Wahls (Ellenstedt) bei den Damen nicht anstreben können; die Veranstalter hoffen aber, dass sie wie in Mühlen mit Söhnchen Hermann im Kinderwagen dabei ist.

Auf den beiden kürzeren Distanzen (6 und 11 km) sind Tempojagden auf persönliche Bestzeiten angesagt. Lohnes Katharina Stark, die gerade als Zweite in Mühlen die drittbeste Zeit in der ewigen Bestenliste des Silvesterlaufs erzielte, müsste dabei über 11 km ihren eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr (48:00 Minuten) unterbieten. Allerdings sind in Langförden nicht nur VEC-Läufer vorne. Traditionsgemäß starten dort auch viele Läufer der starken Garreler Gruppe. Christina Gerdes könnte etwa ihren vierten Erfolg in Serie über die 6-km-Strecke anpeilen. Auspowern gehört dazu, aber Langförden zahlt mit Vitaminen zurück. Für die Schnellsten gibt es nicht nur Kuchen, sondern auch Obstkörbe und Obstkisten vom Erzeugergroßmarkt und vom Obsthof Aloys Bothe. Wie könnte es auch anders sein in dem größten Obstanbaugebiet in Niedersachsen.

Quelle: Oldenburgische Volkszeitung vom 09.01.2015