Tribünenbau 2020/2021

Ein lang gehegter Wunschtraum geht in Erfüllung

Von den heimischen Zuschauern vehement gefordert geht jetzt ein Wunschtraum in Erfüllung. Der Bau einer Sitzplatztribüne. Ziemlich oft wurde in der dritten Halbeit darüber diskutiert, dass der Verein/Vorstand keine Tribüne möchte, doch im Hintergrund liefen bereits alle Bemühungen für einen Bau. Erst einmal musste die Finanzierung gesichert sein und des Weiteren selbstverständlich die Planung und Genehmigung durch den Eigentümer, der Stadt Vechta. Nachdem alle Hürden genommen werden konnten, startete der Bau im Frühjahr 2020.

Auf diesen Seiten werden die einzelnen Baufortschritte fotografisch festgehalten und veröffentlich.

Inhaltsverzeichnis

26.04.2020

Entfernung der Hecke

18.05.2020

Bagger rollen an

20.05.2020

Fläche abgeschoben

26.05.2020

Flutlichtmasten werden geliefert

31.05.2020

Schächte für Flutlichtmasten ausgehoben

23.06.2020

Bäume beschnitten

02.07.2020

Flächenkennzeichnung I

19.07.2020

Flächenkennzeichnung II

25.07.2020

Drahtgeflecht

16.08.2020

Betonplatte

28.08.2020

Betonteile mit Kran eingesetzt (zum Teil Drohnenfotos)

10.09.2020

Erste Flutlichtmasten installiert

20.09.2020

Fertig installierte Flutlichtmasten

29.09.2020

Stahlkonstruktion des Daches

26.10.2020

Dach montiert

08.11.2020

Verblendung des Mauerwerks

14.12.2020

Sprecherkabine und Glaselemente installiert

03.01.2021

Über 40 Platten auf der Tribüne verlegt

31.01.2021

Vor der Tribüne gepflastert, die ersten Sitzschalen installiert und Beschriftung des Daches

11.04.2021

Sitzschalen installiert

Verein steckt viel Eigenleistung in Tribüne

Neues Prunkstück auf Sportplatz in Langförden könnte im Frühjahr seiner Bestimmung übergeben werden

Wegen der Pandemie sind
zurzeit nur wenige Helfer
auf der Baustelle. Aber
die Bereitschaft zur
Mitarbeit ist groß.

VON THOMAS SPECKMANN

Langförden. Das neue Prunk-stück des Sportvereins Blau-Weiß Langförden nimmt Gestalt an. Vorsitzender Hermann Moormann geht davon aus, dass die Tribüne im März fertiggestellt werden könnte, aber er will keinen unnötigen Druck aufbauen. „Uns treibt nichts", sagt der Calveslager ganz gelassen. Auf den bereits gelieferten Sitzschalen könnten zurzeit ohnehin keine Zuschauer Platz nehmen. Der Spielbetrieb ruht. Wie auf allen Fußballplätzen im Land, ausgenommen der Profisport, sind die Aktivitäten auch vor Ort aufgrund der Corona-Pandemie untersagt. Entsprechend ruhig ist es auf dem Gelände am Bomhof in Langförden. Keine Rufe von Spielern, keine Kommandos von Trainern, keine Ballgeräusche. Nur aus Richtung der im Bau befindlichen Tribüne kommt leise Radiomusik. Bei Annäherung steigt der Geruch von frischem Mörtel in die Nase. Auf dem Boden liegen etliche Steine, die noch in dem Mauerwerk verarbeitet werden müssen. Von einer großen Baukolonne ist aber nichts zu sehen. Hermann Moormann und ein weiteres Vereinsmitglied sind an

diesem Vormittag allein. Sie haben den Boden hinter der Tribüne geebnet, um einen Weg zu pflastern. Handlanger sind Fehlanzeige. „Wir dürfen im Moment nur zu zweit sein", sagt der Vorsitzende und verweist auf die Corona-Verordnung, die nur eine begrenzte Zahl von Personen und Haushalten zulässt. Daran will sich der Verein bei den ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen halten.

An Unterstützung mangele es aber nicht, sagt der Vorsitzende. „Wir haben viele Legte, die helfen wollen." Etliche Mitglieder hätten sich angeboten, um das große Bauvorhaben voranzutreiben, sei es durch persönliche Arbeitskraft oder auch durch Geräte und Maschinen. Wenn der Verein einen Radlader oder Kran benötige, um schwere Teile zu bewegen, wären auch diverse Betriebe sofort zur Stelle. Bei aufwendigen Arbeiten, etwa dem Aufbau der Tribüne und der Montage des Daches, sind bereits heimische Fachfirmen zum Einsatz gekommen. Neben der Fremdvergabe versucht der Sportverein möglichst viel Eigenleistung zu erbringen, sei bei Maurer- oder Pflasterarbeiten. „Wir machen viel selbst, dann wird es günstiger", erklärt Moormann, der selbst mit gutem Beispiel vorangeht und fast jeden Tag auf der Baustelle steht. Das bisherige Ergebnis kann sich sehen lassen. Wer die Stufen der etwa 175 Quadratmeter großen Tribüne hinaufsteigt, hat beste Aussicht auf den Hauptplatz. Dank der überdachten 150 Sitzplätze werden die treuen Fans künftig nicht mehr im Regen stehen. Darüber hinaus gibt es einen Stehplatzbereich, der auch einen Blick auf das rückwärtige Spielfeld zulässt. Die frisch installierte Sprecherkabine bietet eine gute Sicht auf die gesamte Sportanlage mit ihren vier Plätzen und zwei Kleinspielfeldern.

Die Tribüne ist der größte Brocken des aktuellen Projektes. Doch nicht nur neben, sondern auch auf dem Spielfeld tut sich etwas. Noch im Januar will der Verein eine Beregnungsanlage auf dem Hauptplatz installieren, kündigt der Vorsitzende an. Diese Maßnahme dürfte sich spätestens im Sommer auszahlen, wenn die Sportler nicht mehr auf die mobile Anlage zurückgreifen müssen, sondern der Rasen automatisch in den Nachtstunden bewässert wird. Das Flutlicht für den Hauptplatz hat der Verein bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt, sodass die Fußballer nun auf allen vier Plätzen Abendspiele austragen können. Acht Masten säumen den Hauptplatz. Sie sind mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Die Lampen sind in der Anschaffung zwar teurer, aber unterm Strich strom- und damit kostensparender. „Das ist umweltfreundlich", unterstreicht der Vereinsboss. Und was kostet die Gesamtmaßnahme? Der Verein rechnet mit einer Investition in Höhe von etwa 600000 Euro. Die Stadt Vechta hat einen Zuschuss in Höhe von 300000 Euro zugesichert. Zudem soll eine Förderung des Landessportbundes Niedersachsen über 100000 Euro fließen. Bleibt für den Verein ein Anteil von 200000 Euro, der durch Eigenkapital, Sponsoren und vor allem Eigenleistung gedeckt wird. Für Hermann Moormann, der seit fast 20 Jahren an der Spitze des etwa 1050 Mitglieder zählenden Vereins steht, fördern die aktuellen Maßnahmen das positive Gesamtbild der Sportanlage. Beim internationalen Pfingstturnier gebe es immer wieder Lob. „Bundesliga-Mannschaften träumen davon", sagt der Vorsitzende. Bleibt nur zu hoffen, dass bald wieder der Ball rollt und Fußballer wie Zuschauer von den Errungenschaften profitieren können.

Quelle: Oldenburgische Volkszeitung vom 15.01.2021