Auf dem Sportlerball 2005 wurde Josef Averbeck zum Ehrenmitglied des SV Blau-Weiß ernannt.

Josef Averbeck: Auf allen Plätzen zu Hause  
BW Langförden und Josef Averbeck – diese Beziehung ist von einer ganz besonderen Art. Der heute 67 Jahre alte Tischlermeister ist seit 33 Jahren zweiter Vorsitzender bei den Blau-Weißen. 23 Jahre lang (1974 bis 1997) betreute er zudem die erste Herrenmannschaft, davor trainierte er die II. Mannschaft (1969 bis 1973). Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen hat er für sein Engagement im Laufe der Jahre erhalten: Die Silberne und Goldene Ehrennadel von BW Langförden und dem NFV Kreis Vechta, die Silberne Ehrennadel vom Kreissportbund Vechta, die Verdienstnadel des Niedersächsischen Fußballverbandes und die höchste Auszeichnung des NFV Kreises Vechta, den Gerd-Tank-Gedächtnispreis.

Averbeck hat in der näheren Umgebung jeden Fußballplatz gesehen und ist schätzungsweise 15 000 Kilometer für den Verein gefahren. Zudem war er Mitbegründer des internationalen Pfingstturniers, wenngleich er anmerkt: „Das war Herbert Farwicks Idee.“ 1979 gehörte Josef Averbeck der Reisegruppe an, die in Italien erste Kontakte knüpfte.

Der damalige Vorsitzende Berthold Preuß und Geschäftsführer Bernd Ripke  überredeten ihn 1969 dazu, im Vorstand zu arbeiten. Die beiden wären vorbei gekommen und hätten gesagt: „Wir bleiben so lange hier, bis du ja sagst.“ Bereut hat Josef Averbeck den Schritt nicht. „Ich habe immer das Glück gehabt, dass Leute im Vorstand waren, die es gut meinten.“ Von Preuß und Ripke lernte der Neueinsteiger damals sehr viel. Obwohl er sich 23 Jahre vor allem um die erste Mannschaft kümmerte, war für Averbeck immer wichtig, „dass man jeden gleich behandelt.“

Als Verantwortlicher für die I. Herren hat er sich aber einen besonderen Namen gemacht. „Das war mehr als nur Spielberichte ausfüllen. Du musst auf die Jungs zugehen, damit die zusammenbleiben“, beschreibt er seine Tätigkeit. Ein besonderes Anliegen war ihm immer die Kameradschaft der Truppe. Gefördert wurde diese unter anderem durch jährliche Mannschaftsfahrten, die Averbeck stets organisierte. „Fußball muss eine geregelte Freizeitbeschäftigung sein. Und wenn das Jahr vorbei ist, musst du was Besonderes machen“, sagt er. Von 1976 an fuhren die Fußballer unter seiner Regie jedes Jahr für ein Wochenende weg – meistens in die Rhein-Mosel-Gegend. Die ehemaligen Trainer Werner Kohls und Walter Zwick würdigen noch heute das Organisationsgeschick Averbecks, dem vor allem die Disziplin wichtig war. „Es ist in all den Jahren nicht vorgekommen, dass einer beim Frühstück gefehlt hat“, schwört er auf die Einheit, die die Mannschaften darstellten.

Während seiner Betreuerzeit trainierten neben Zwick und Kohls außerdem noch Dieter Wollering, Werner Fangmann, Martin Wessels, Ignatz Stukenborg, „Heini“ Heitkamp und Hermann Wempe die Erste. Mit den Trainern pflegte Josef Averbeck einen guten Kontakt. Im Großen und Ganzen redete er den Übungsleitern nicht in ihre Arbeit hinein, aber: „Ich war nicht nur Kofferträger. Es ist Sinn der Sache, dass man seine Meinung sagt.“ Oft gefehlt hat er nicht. Nur ein vierwöchiger Krankenhausaufenthalt hinderte ihn einst am sonntäglichen Gang zum Fußballplatz. Und auch beim Training schaute er vorbei, um nahe an der Mannschaft zu bleiben.

Die Familie stand stets hinter seinem Engagement. Seine Frau Luzia kümmerte sich unter anderem eine Zeit lang um das Bomhofgebäude. Außerdem begleitete einer der beiden Ehepartner immer Sohn Matthias zu dessen Fußballspielen. „Der ist nie allein zum Spiel gewesen“, betont Averbeck. Sein Sohn durchlief die gesamte BWL-Jugend, spielte jahrelang erfolgreich in der ersten Mannschaft und ist heute noch bei den Altherren aktiv. „Meine Tochter Elisabeth hat mal gesagt: Wir sind schon auf fast allen Fußballplätzen gewesen“, merkt Josef Averbeck an. Fußball ist immer noch seine Leidenschaft und wird es wohl immer bleiben.

Quelle: "Chronik 75 Jahre SV Blau-Weiß Langförden"