Wie alles begann

Im Jahre 1977 feiert der Sportverein Blau-Weiß Langförden sein 50-jähriges Bestehen. Dieses Ereignis gibt Grund und Anlass genug, Rückschau zu halten. Da jegliche Aufzeichnungen aus der Gründerzeit verloren gegangen sind und nur wenige Notizen in der Oldenburgischen Volkszeitung in Vechta auf die Entstehung eines Fußballvereins in Langförden hinweisen, trafen sich der Vorstand, der Festausschuß und die noch lebenden Vereinsgründer im Vereinslokal, in der Gastwirtschaft Dultmeyer-Wegener, in Langförden, zu einem Gespräch.

Die "Männer der ersten Stunde"

Spiel und Sport um die Jahrhundertwende

Um die Jahrhundertwende waren Spiel und Sport auf dem flachen Land wenig bekannt. Nur in den Städten und größeren Orten gab es Sportvereine; im Amte Vechta z.B. in Lohne (1894), Dinklage (1904) und Goldenstedt (1906).

Viele, besonders die älteren Leute, sahen Spiel und Sport als nebensächlich und überflüssig an. Mit viel sagendem Lächeln schauten sie zu, wenn "ein Jugendlicher hinter dem Ball her rannte."

Entstehung der Fußballvereine nach dem ersten Weltkrieg

Nach dem ersten Weltkrieg änderte sich diese Ansicht. Im Krieg und in der Gefangenschaft hatten viele Soldaten Sport betrieben und das Fußballspiel kennen- und schätzen gelernt.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich das Fußballspiel in England entwickelt. Deshalb wird auch heute noch England als "das klassische Land des Fußballs" angesehen. Britische und französische Soldaten, die während des 1. Weltkrieges in Gefangenschaft in Deutschland waren, trieben in ihrer Freizeit viel Sport, besonders gern spielten sie Fußball. Dadurch trugen sie dazu bei, dass auch bei uns diese Sportart heimisch wurde. In unserer näheren Heimat entstanden danach mehrere Fußballvereine Goldenstedt (1919), Einen (1919), Steinfeld (1920), Mühlen (1920), Vechta (1921), Lutten (1921), Visbek (1924) usw.

Wie entstand der erste Fußballverein in Langförden?                                                     

"Ein französischer Kriegsgefangener, ein Student, schenkte uns Kindern bei seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft aus Dankbarkeit für gute Aufnahme und Behandlung den ersten Fußball", so erzählte A. Meerpohl beim Treffen der Vereinsgründer. "Wie haben wir uns gefreut". Die Kinder aus der Nachbarschaft trafen sich bei uns. Und bald sah man überall auf Kuhweiden, Straßen und Plätzen kickende Kinder und Jugendliche.

Der Spielplatz bei der alten Schule neben der Molkerei war sehr klein, für uns alle zu klein. Zu unserem Glück wurde jedoch 1924 in der Paterei eine neue Schule mit großem Spielplatz gebaut und in Betrieb genommen. Auf diesem größeren Platze spielten wir Schulkinder besonders gern".

Im Mai 1925 erfolgte die Versetzung des Junglehrers Joseph Sieverding aus Lohne in Oldenburg an die Volksschule in Langförden.

J. Sieverding war ein glänzender und vielseitiger Sportler. Er förderte besonders den Schulsport. Neben Fußball und Handball wurden Turnen und Leichtathletik betrieben.