Der Spielbetrieb wird aufgenommen

Noch im Gründungsjahr wurde mit zwei Herrenmannschaften der Spielbetrieb aufgenommen. Die erste Mannschaft spielte in der B-Klasse, unter anderem gegen Vereine aus Vechta, Lohne, Lutten, Goldenstedt, Visbek und Wildeshausen.

Die ersten Spiele wurden auf den Kuhweiden von Meerpohl und Diekmann, später auf der Weide von Reinke-Dieker, an der jetzigen B 69, ausgetragen.
Ja, das waren noch Zeiten!

An einen geregelten Spielbetrieb war nicht zu denken. Alle Fahrten wurden mit dem Fahrrad zurückgelegt. Es war selbstverständlich, daß jeder Spieler ab Freitag der Woche alkoholische Getränke mied. Am Sonntag nach dem Hochamt versammelten sich die Spieler bei Vereinslokal Hermann Borgerding. Aus den Anwesenden wurden vom Vereinsbetreuer Bäcker Otto Punte die Kicker ausgesucht und die Elf aufgestellt. Man spielte aus Lust und Freude am Sport, trat auch mit acht Mann an und ließ den Kopf nicht hängen, wenn ein Spiel verloren ging. Groß aber war die Freude, wenn gewonnen wurde. Beim abendlichen Umtrunk im Vereinslokal wurde der Sieg gebührend gefeiert.

Ein Stiefel mit Bier gefüllt, ging von Mund zu Mund.

Die Fußballelf von Herbordia Langförden spielte im schwarz-gelben Dreß, schwarzer Hose und gelbem Trikot mit schwarzer Kragenumrandung. Da die Elf in den Kolpingfarben spielte, sind viele der Älteren der Ansicht, dass Kolpingssöhne wesentlich zur Gründung des Fußballvereins in Langförden beigetragen haben.

Die Kosten für die Anschaffung von Sportkleidung und Fußballschuhen trug jeder Spieler selbst. Da bei vielen das Geld nicht reichte, war der Schuster Joseph Mählmann aus Spreda stets bereit, Straßenschuhe in Fußballschuhe umzuarbeiten.
Viele Langfördener Bürger unterstützten tatkräftig den Sportverein. Sie gründeten einen Förderkreis. Später wurden sie Ehrenmitglieder des Vereins.

Besonders zu erwähnen sind:
Joseph Meerpohl, August Cordes, Laurenz Reinke-Dieker, Joseph Dultmeyer, Joseph Diekmann, Joseph Vaske, Ludwig Wegener und August Meyer aus Langförden; Clemens Koldehoff aus Calveslage, Heinrich Herbers und Joseph Mählmann aus Spreda; Gottfried Deye aus Deindrup und Gottfried Gerken aus Strohe.

Diese Liste ist nach Aussagen der noch lebenden Gründungsmitglieder rekonstruiert und schließt Lücken und Fehler nicht aus.
Da anfänglich kein Beitrag erhoben wurde, war stets Ebbe in der Kasse. Woher sollte der Jugendliche Ende der zwanziger Jahre, als große Arbeitslosigkeit und Geldknappheit herrschten, den Beitrag zahlen? Deshalb wurde einmal im Jahr gesammelt, um das Nötigste bezahlen zu können:
 

So berichtete Joseph Vaske:

"Ich war beauftragt, im Ort Langförden die Sammlung durchzuführen. Um ein gutes Sammelergebnis zu erzielen, war es meiner Ansicht nach nötig, dass ein zugkräftiger und angesehener Bürger an der Spitze der Sammelliste stand. So besuchte ich den alten Herrn Pfarrer Meistermann auf, der als sparsamer, ja "knauseriger" Mann bekannt war. Ich bemühte mich sehr, ihn für diese gute Sache zu gewinnen. Mein Bemühen schien jedoch selbst nach einer Stunde wenig erfolgversprechend zu sein. Umso größer war mein Erstaunen, als er sich mit RM 3,- in die Liste eintrug. Dem wollte Baron v. Fricken auf Gut Bomhof nicht nachstehen. Er spendete RM 6,-. Soweit ich mich noch erinnern  kann, brachte die Sammlung insgesamt etwa RM 100,-."