Vereinsgründung

Mit Sorge schauten Eltern und Lehrer auf die Auswüchse im Fußballspiel. Einerseits waren sie erfreut, dass die Jugend sich austoben konnte, andererseits aber darüber besorgt, dass das Fußballspiel rauer wurde, oftmals in Holzerei ausartete. Mancher Jugendliche kam mit zerrissenen Kleidern, Blutergüssen und Verstauchungen nach Hause.

Um diesen wilden Haufen zu steuern und den Fußballsport in die richtigen Bahnen zu lenken, ergriff der Langfördener Junglehrer Josef Sieverding die Initiative zur Gründung eines Fußballvereins;

"Am vergangenen Sonntag wurde in der hiesigen Volksschule unter Führung unseres Herrn Lehrer Sieverding ein Verein für Spiel und Sport gegründet."

Recht zahlreich war die Jugend von hier in der gleich nach dem Hochamt angesetzten Versammlung erschienen.

Wie groß die Begeisterung ist, sieht man daran, dass sich sofort ca. 30 Burschen in die Liste einzeichneten. Möge der Verein sich tapfer emporarbeiten und bald neben gleichen Vereinen in den Nachbargemeinden treten können. Gut Heil!

OV Vechta vom 13. September 1927 in der Oldenburgischen Volkszeitung (OV).

Allerdings waren die Langfördener ihrer Zeit schon weit voraus: Bei der Kooperation mit Sponsoren gab es keine Berührungsängste; ja, sie nannten ihren neuen Verein sogar danach. "Herbordia“ Langförden – diese Konstruktion ergab sich aus den Namen Herbers und Borgerding. Der Bauer Heinrich Herbers aus Spreda (heute Hof Pöhlking) stand dem Verein in finanzieller Hinsicht bei, der Gastwirt Hermann Borgerding aus Langförden (Vater der heutigen Wirtin Gretel Borgerding-Frye) stellte seine Gaststätte als Vereinslokal zur Verfügung.